FÖJ

Nora Lammers01.09.2005

Bild zum Artikel Abschlussbericht 1.9.2005-31.8.2006 - FÖJ in der Projektwerkstatt

"11.August: Heute habe ich mein Abschlussgespräch mit Georg May gehabt. Mein Jahr FÖJ neigt sich nun dem Ende zu und dann geht's in den Rest-Urlaub.. Ich glaube so ganz habe ich es noch nicht realisiert. Es ist komisch.. es war schon ein echt schönes Jahr, Ich freue mich darüber diese Erfahrungen gemacht haben zu dürfen, und vor allem gesehen zu haben das es so viele (junge) Menschen gibt, die sich engagieren.

Man vergisst in der Welt, in der so viel negative Nachrichten in den Medien verbreitet werden, schnell dass sich für seine Umwelt einzusetzen überhaupt noch Sinn hat.. Ich habe durch das Jahr mein Bewusstsein dafür wieder geschärft und vor allem den Mut zurückbekommen, dies nach außen zu tragen. Inwiefern ich mich, nach meinem nun folgenden Praktikum in Afrika, für die Umwelt engagieren werde, weiß ich noch nicht konkret. Auf jeden Fall habe ich mein Konsum verhalten ein Stück weit verbessert und möchte es noch weiter optimieren, mein Bewusstsein weitergeben und damit andere Menschen anstecken. Das halte ich für ganz wichtig. Vor allem auch in die Teile der Welt ..die ich noch sehen möchte.

In der Projektwerkstatt habe ich überwiegend an den Magazinen blick.umwelt und blick.global mitgearbeitet. Im letzten Drittel meines FÖJ habe ich auch am IMES-Projekt teilgenommen. Letzteres ist ein Projekt zur Digitalen Integration. Einmal bis zweimal in der Woche habe ich einen PC-Kurs mit Migranten unterstützt. Dort konnte ich meine Französisch-Kenntnisse anwenden. Zu den sonstigen Aufgaben im FÖJ gehörte auch Büro-Organisation.

Das FÖJ war so vielfältig an Aufgaben, dass ich gar nicht anfangen mag aufzuzählen, da ich wohl eh die Hälfte vergessen würde. Grob kann man sich mein Tagesablauf mit Arbeit im Büro vorstellen (Recherchearbeit zu vielen unterschiedlichen bereichernden Themen, Telefonate, Schnitt und Organisatorischem), Bürobesprechung und den IMES-Kurs einmal pro Woche und vielen Filmdrehs, die mir von allem fast am besten gefielen, wenn ich nicht gerade selber Interviews führen musste (das ist nicht ganz mein Ding, da ich immer das Gefühl hatte zu unsicher zu sein und Schwierigkeiten habe, mich in Stress-Situationen zu konzentrieren).

Ich hatte in meinem Freiwilligen Ökologischen Jahr eine sehr verantwortungsvolle Position. Da Georg viel unterwegs war und man ihn oft nicht im Büro antraf, war ich – neben ihm - die Ansprechperson. Außer Praktikanten, die in der Regel ca. 2 Monate blieben, war ich die einzige sozusagen festangestellte Person. Mir hat das gut gefallen. Zu mal man ja nicht ganz auf sich gestellt war. Georg war eigentlich immer zu erreichen und offen für Kritik. Außerdem gibt es dreimal wöchentlich Termine mit Schulungen zu den verschiedenen Bereichen, die sehr hilfreich waren.

Das Arbeiten in der Projektwerkstatt macht viel Spaß. Es bedeutet aber auch viel Arbeit und man benötigt einiges an Kraft. Auch die Seminare waren immer wieder, gut um auch mal Abstand zu gewinnen und sich auf andere Dinge konzentrieren zu können.

Ich möchte so vieles Schreiben, von dem was ich erlebt habe während meines FÖJ. Ich bin froh, dass ich die Chance bekommen habe das FÖJ zu machen. Diese vielen verschiedenen netten Menschen kennen gelernt zu haben und diese Erfahrungen gemacht zu haben. Durch das FÖJ vermittelt werde ich jetzt nach Afrika gehen und dort die Arbeit der Projektwerkstatt weiterführen. Es ist toll diese Perspektive zu haben. Noch eine tolle Möglichkeit nach dem FÖJ, die ich ohne das FÖJ sicherlich nicht bekommen hätte. Ich verlasse nun darum die Projektwerkstatt mit viel Vorfreude auf den Senegal, aber auch mit sehr wehmütigem Gefühl... Es wird mir fehlen. Ich habe dort so viel nette Zeit verbracht, hatte einen Schlüssel für das Büro und konnte hin wann immer ich wollte und ich bin gerne hingegangen..

Nun..lustig, wenn man denkt, dass ich traurig darüber bin, weil mir eins in den letzten 3 Wochen die ich noch hier in Deutschland bin auf jeden Fall nicht mehr passieren wird: Ich werde mich nicht mehr wundem dürfen warum ich meine Haustür nicht aufbekomme ...es war oft der Büroschlüssel den ich Gedanken versunken griff...."