Bundespräsident Horst Köhler ehrt erstmals im neu renovierten Schloss Bellevue Frauen und Männer, die sich um das Land verdient gemacht haben.
Bundespräsident Horst Köhler konnte am 4.10.2006 zum ersten Mal nach der Renovierung seine Auszeichnungen im Schloss Bellevue verleihen und die ehren, die „die besten Seiten unseres Landes repräsentieren“. Er stellte das Engagement für das Gemeinwohl als Gemeinsamkeit aller Ehrungen heraus, ganz gleich ob sich um „wissenschaftliche Leistungen, einen wachen Bürgersinn (oder) ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein“ handelt.
Stellvertretend für das pädogogische Engagement im Zirkus Barbarella und die Arbeit zu Interkultur, Integration und Völkerverständigung, die im Welthaus Barnstorf geleistet wird, erhielt Regina Bömer aus Barnstorf diese hohe Auszeichnung.

„Mir ist besonders positiv aufgefallen“, so Regina Bömer, „dass die Ehrung der Vertreter aus dem sozialen und politischen Sektor“ - zu dem sie sich zählt – „gleichwertig neben denen von Franz Beckenbauer für die Fußballweltmeisterschaft, Bruno Ganz für seine schauspielerische Leistung, Walter Kempowski für sein literarisches Lebenswerk oder Wim Wenders für sein filmisches Schaffen steht.“ „ Das war schon ein erhebendes Gefühl“, meint sie.
Bundespräsident Horst Köhler stellte heraus, dass übers Jahr eine ganze Reihe von Bundesverdienstkreuzen vor Ort verliehen würden, er aber aus der Zahl der Kandidatinnen und Kandidaten 4 % auswähle, denen er die Ehrung persönlich in Berlin verleihe.
Regina Bömer konnte dann beim anschließenden Gespäch das gemeinsame Lieblingsthema der beiden vertiefen, nämlich die Liebe zu Afrika. Horst Köhler überlegt, bei seiner bald anstehenden Reise auch die afrikanischen Partner des Zirkus Barbarella in Damongo im Norden von Ghana zu besuchen.
In der Laudatio für Regina Bömer wurde denn auch dieser Aspekt besonders betont, dass sie die Basisarbeit vor Ort mit der internationalen Perspektive verbinde, die Freizeitarbeit des Zirkus mit dem Globalen Lernen und der Solidaritätsarbeit für Ausbildungsprojekte in Afrika.
Horst Köhler betonte, dass „das Engagement immer auch ein Bekenntnis zu der Gemeinschaft sei, in der man lebt. Heute sagt diese Gemeinschaft Ihnen „Danke“, meinte er wörtlich. Regina Bömer möchte diesen Dank weitergeben, denn sie sieht ihre Ehrung für die Arbeit im Zirkus Barbarella und im Welthaus Barnstorf als stellvertretend für die Haupt- und Ehrenamtlichen im Projekt. „Ich habe diese hohe Auszeichnung stellvertretend für alle angenommen, die unsere Arbeit in den letzten 25 Jahren unterstützt haben. Sie haben auf den richtigen Weg gesetzt, in dem sie unser Engagement gefördert haben“, so betonte sie wörtlich: „Ich denke besonders an die in Politik und Verwaltung, Geschäftsleute in Barnstorf, an Stiftungen und die vielen Einzelnen, die die Projekte aus der Barnstorfer Bahnhofstraße gefördert oder durch Kooperation gestärkt haben.
„Engagement bedarf von Zeit zu Zeit des Lobes, sonst zerrinnt es,“ so Regina Bömer „und es bedarf neben den schönen Worten auch der konkreten materiellen Unterstützung von öffentlicher Hand und Privaten, sonst blutet es aus.“
Regina Bömer ist der Projektwerkstatt Umwelt und Entwicklung durch eine Familienmitgliedschaft und die Zusammenarbeit mit ihr und dem Welthaus Barnstorf in zahlreichen Projekten freundschaftlich verbunden. Wir gratulieren ihr ganz herzlich zum Bundesverdienstkreuz.